Identität

Was ist deine Identität?

Immer wieder werden wir nach unserer Identität gefragt. Im Alltag bedeutet das in der Regel das Vorzeigen eines entsprechenden Dokuments wie der Personalausweis oder der Reisepass. Aber wer sind wir wirklich?

2007 veröffentlichte der deutsche Philosoph und Publizist Richard David Precht sein Buch „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? „, das 16 Wochen lang im Jahr 2008 auf dem ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste lag. Er stellt die Frage nach der Identität aus einer anderen Sichtweise heraus.

Auch der bekannte Neurobilologe und Hirnforscher Gerald Hüther beschäftigt sich mit dem Thema „Wer bin ich?“.

Dabei geht es eben nicht um die Identität der Person, sondern um die Identität als Mensch. Häufig definieren wir unsere Identität indem wir uns mit anderen vergleichen.

Laut dem Lexikon zur Pädagogischen Psychologie und Schuldpädagogik setzt sich die Identität aus Einstellungen, Gefühlen und Verhaltensweisen zusammen, die auch bei wechselnden äußeren Umständen relativ einheitlich bleiben. Sie wird zudem von der Selbstwahrnehmung, dem “Wie sehe ich mich selbst?” und der Fremdwahrnehmung, dem “Wie sehen mich andere Menschen?” beeinflusst.

Wie definieren wir uns?

Viele sind darauf programmiert, ihre Identität über ihre Tätigkeiten zu definieren. Sie verknüpfen sie aus ihrer gesellschaftlichen Stellung heraus, mit ihrer familiären Rolle als Mutter oder Vater, ihrem Beruf z.B. als Feuerwehrmann, ihren Aktivitäten wie Sportler oder Jäger, aber auch aus dem gesundheitlichen Sichtwinkel, z.B. als Herzkranker, Krebspatient oder invalider Mensch.

Doch wer sind wir wirklich?

Der Ausdruck „Identität“ stammt vom lateinischen Wort „identitas“ was so viel wie Wesenseinheit bedeutet. Es beschreibt die Authentizität und Einzigartigkeit eines Menschen, der völlig mit sich selbst übereinstimmt. dazu benötigt es die Reflektion des eigenen Ichs.

Der deutsche Philosoph Hilarion Petzold hat das Modell der fünf Säulen der Identität entwickelt, die da wären:

  • Körper & Gesundheit
    mentale und körperliche Gesundheit
  • Gesellschaft & Soziales
    Familie, Partnerschaften, Freunde und alle weiteren sozialen Kontakte
  • Arbeit & Leistung
    Anerkennung, Erfolgserlebnisse und (berufliche) Tätigkeit
  • Materielle Sicherheit
    Lebensstandard, Konsumverhalten und finanzielle Absicherung
  • Werte & Ideale, der Sinn des Lebens
    Spiritualität und persönliche Lebensphilosophien

Laut Petzold ist der Mensch dann gut aufgestellt, wenn die fünf Säulen der Identität stabil sind. Dann kann er die Herausforderungen des Lebens meistern.

In der christlichen Weltanschauung sitzt die wahre Identität im Geist. „Wenn dein Tun und Lassen nicht gerecht ist, dann verhältst du dich im Widerspruch zu dem, wer du wirklich bist.“

Wenn wir uns selbst die Identitätsfrage stellen, kann uns diese Grafik helfen:

Unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten sowie die daraus resultierenden Ergebnisse im Aussen sind von unserer Identität abhängig. Wollen wir da etwas ändern, brauchen wir nur unsere Identität zu ändern.

Hier noch ein Video von Prof. Franz Ruppert zum Thema „Identität“.